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Samstag, 12. April 2014

Das Paradoxon der Freiheit (Karl R. Popper)

Ich glaube, dass man die Ungerechtigkeit und die Unmenschlichkeit des schrankenlosen >kapitalistischen Systems<, so wie es Marx beschrieben hat, zugeben muss; aber diese Erscheinung lässt sich mit Hilfe des >Paradoxons der Freiheit< deuten, .. Wir haben gesehen, dass sich die Freiheit selbst aufhebt, wenn sie völlig uneingeschränkt ist. Schrankenlose Freiheit bedeutet, dass es dem Starken freisteht, den Schwachen zu tyrannisieren und ihn seiner Freiheit zu berauben. Das ist der Grund, warum wir verlangen, dass der Staat die Freiheit in gewissem Ausmaß einschränke, so dass am Ende jedermanns Freiheit vom Gesetz geschützt wird. Niemand soll der >Gnade< eines andern ausgeliefert sein, aber alle sollen das >Recht< haben, vom Staat geschützt zu werden.
Quelle: Die offene Gesellschaft und ihre Feinde

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